Vermögende und private Beteiligungsfonds setzen stark auf Lagerwesen und Logistik

Um auf der großen Konsumwelle im Land mitreiten zu können und das schnelle Wachstum der indischen E-Commerce-Branche und die bevorstehende Einführung der Mehrwertsteuer für sich zu nutzen, richten private Beteiligungsfonds, Immobilienentwickler und vermögende Einzelpersonen ihren Fokus immer stärker auf den Lager- und Logistiksektor.


25th July, 2016

Der Artikel erschien am 25. Juli 2016 in der Economic Times – von Ravi Teja Sharma

Der Kapitalbeteiligungsfonds Milestone Capital verkaufte ein vermietetes Lager am Rande von Gurgaon in Dharuhera an eine sehr vermögende Einzelperson für rund 1,1 Milliarden Rupien. In Chakan bei Pune hat Embassy Industrial Parks, ein Gemeinschaftsunternehmen der in Bengaluru ansässigen Embassy Group und der Privatkapitalgesellschaft Warburg Pincus, gerade den Kauf von 21 Hektar Land für 600-650 Millionen Rupien besiegelt, um ein hochmodernes Lager mit ca. 10 Hektar zu bauen.

Um auf der großen Konsumwelle im Land mitreiten zu können und das schnelle Wachstum der indischen E-Commerce-Branche und die bevorstehende Einführung der Mehrwertsteuer für sich zu nutzen, richten private Beteiligungsfonds, Immobilienentwickler und vermögende Einzelpersonen ihren Fokus immer stärker auf den Lager- und Logistiksektor.

Im letzten Jahr beendete Milestone alle seine drei großen Lagerflächen, die es in Bhiwandi-Thane (13 Hektar) am Rande von Mumbai, Kheda-Gujarat bei Ahmedabad (22,5 Hektar) und Dharuhera-NCR (27 Hektar) gekauft und gebaut hat.

Rubi Arya, geschäftsführende Vorstandsvorsitzende von Milestone Capital Advisors, gab an, dass der Fonds all seine Investments im Lagerbereich abgeschlossen habe und nun nach weiteren Investitionsmöglichkeiten in dieser Branche suche, da der Bedarf an Lagerflächen hoch ist. „Wir erwägen nun verschiedene Modelle, um wieder in das Lagerwesen einzusteigen. Dies könnte der Kauf von Land sein oder die Bildung von Gemeinschaftsunternehmen mit vorhandenen Grundeigentümern“, so Arya.

Beim aktuellen Geschäft hat Milestone 27 Hektar Land in Dharuhera verkauft, von denen es auf 5,5 Hektar ein Lager gebaut hatte. Sotheby’s International Realty North India fungierte bei dem Geschäft als Berater.

„Wir sprechen mit internationalen Logistikparkentwicklern, die Lagerflächen in Indien bauen wollen und nach Partnern vor Ort suchen“, so Arya.

Laut Daten der Immobilienberatung CBRE verwandelte sich der Internethandel letztes Jahr in die zweitgrößte Triebkraft für die Nachfrage nach Lagerflächen in Indien – nach den Logistikunternehmen mit einem Anteil von 30 %. Rund 22 % der Nachfrage nach Lagern stammten 2015 von der E-Commerce-Branche.

„Mit der ‚Make in India‘-Kampagne werden wesentlich mehr Produktions-, Internethandels- und Einzelhandelsfirmen qualitativ hochwertige Lagerflächen benötigen. Was aktuell verfügbar ist, ist meist unorganisiert“, so Ram Chandnani, Geschäftsführer für Beratungs- und Transaktionsleistungen bei CBRE Südasien. „Um den Bedarf zu decken, zeigen gut organisierte Akteure und Privatkapitalgesellschaften Interesse.“

Zuvor gründete die Embassy-Gruppe ein Gemeinschaftsunternehmen mit Warburg Pincus über 250 Millionen US-Dollar, um in Indien Industrie- und Lagerflächen zu bauen. Embassy hat noch ein Joint Venture mit Brookfield Asset Management für den Bau von Lagern auf 68 Hektar Land in Chennai, in den die beiden 2,2 Milliarden Rupien Eigenkapital stecken wollen. Hier können sie fast 37 Hektar an Lagerflächen aufbauen.

„Wir bevorzugen Projekte auf der grünen Wiese, wo das Risiko zwar höher sein mag, aber dafür auch die Erträge besser sind“, so Anshul Singhal, der Geschäftsführer von Embassy Industrial Parks.

Er unterstrich, dass die Nachfrage nach Lagern heute keine Frage mehr sei. „Während die größte Triebkraft für Lagerflächen in den letzten beiden Jahren der Internethandel war, beträgt er immer noch nur 5 % des indischen Einzelhandelsmarktes. 95 % bewältigen stationäre Händler“, so Singhal.

Embassy Industrial Parks hat sich selbst das Ziel gesetzt, in den nächsten fünf Jahren eine Kapazität von 140 Hektar zu erreichen.

„Die Mehrwertsteuer wird die Situation des Lagerwesens in Indien verändern. Man wird beginnen, nach besseren, saubereren und legalen Flächen zu suchen, die Sicherheit für die Mitarbeiter bieten. Nur hier wird der Bedarf steigen“, sagte Singhal. Der größte Player in der organisierten indischen Lagerszene ist Indo-Space, das von der Privatkapitalgesellschaft Everstone Capital und Realterm Global gestützt wird. Laut der Website des Unternehmens hat es derzeit 11 Projekte in der Hauptstadtregion, in Mumbai, Bengaluru, Pune und Chennai mit einer gesamten bebauten Fläche von 140 Hektar laufen.

Mahindra Logistics managt fast 46 Hektar an Lagerfläche im ganzen Land.

Amit Goyal, Geschäftsführer von Sotheby’s International Realty North India, sagte, dass es heute im Vergleich zu vermieteten Einzelhandels- und Büroflächen bei Kunden aus der Lagerbranche mehr Sicherheit gibt, da diese viel länger bleiben.