Immobilienfirmen peilen die Lagerbranche an

Immobilienmakler richten ihren Fokus nun stärker auf das Lagerwesen und knüpfen dabei ihre Hoffnungen an die Einführung der Mehrwertsteuer (GST), einen Boom in der E-Commerce-Branche und eine Zunahme der Produktion aufgrund der „Make in India“-Kampagne.


4th January, 2016

Der Artikel erschien in der Times of India am 4. Januar 2016 – Von Avik Dasi


Immobilienmakler richten ihren Fokus nun stärker auf das Lagerwesen und knüpfen dabei ihre Hoffnungen an die Einführung der Mehrwertsteuer (GST), einen Boom in der E-Commerce-Branche und eine Zunahme der Produktion aufgrund der „Make in India“-Kampagne. Die in Bengaluru ansässige Embassy-Gruppe und Assetz haben Pläne bekanntgegeben, in die Branche einzusteigen. Salarpuria Sattva, die hauptsächlich für Wohnprojekte bekannt sind, sollen ebenfalls noch in diesem Jahr einsteigen.

Bisher war das Lagerwesen in Indien eine unorganisierte und zersplitterte Branche. Nun aber ist der Bedarf an hochwertigen Lagern – im Branchenjargon Klasse A und B genannt – stark gestiegen. Der Immobilienberatung CBRE zufolge wächst der Markt für moderne Industrie- und Lagerflächen und es wird geschätzt, dass er die Marke von 12 Millionen Quadratmetern in den nächsten fünf Jahren erreichen wird.

„Unternehmen erwarten eine Revolution im Logistikbereich“, so Anshul Singhal, der Geschäftsführer von Embassy Industrial Parks gegenüber der Times of India. Shesh Kulkarni, Geschäftsführer der Logistikfirma UFMI, merkt an, dass Akteure im Logistiksektor nicht das Geld haben, um in Grundbesitz zu investieren. „Bauunternehmen besitzen viele Grundstücke. Es wird erwartet, dass sich in den kommenden Jahren eine organisierte Lagerbranche entwickelt“, so Kulkarni.

Auf den Internethandel entfallen ca. 25 % des gesamten Lagerbedarfs. E-Commerce-Firmen, allen voran Amazon, Flipkart und Snapdeal, sollen in den nächsten zwei bis drei Jahren zusätzliche 2-3 Mia. US-Dollar in das Lagerwesen investieren. Flipkart besitzt derzeit 17 Lager in ganz Indien mit ca. 14 Hektar, während Amazon 21 mit einer Fläche von 18,5 Hektar hat.

Bauträger sind begeistert, da solch große Lager stabile Einnahmen bei relativ geringen Investitionskosten versprechen. Embassy, das Ende letzten Jahres ein Joint Venture über 250 Millionen US-Dollar mit der global agierenden Privatkapitalgesellschaft Warburg Pincus eingegangen ist, will für Lager Grundstücke mit 20-80 Hektar in Sanand bei Ahmedabad, Chakan in der Nähe von Pune und Hoskote in Bengaluru kaufen.
Bijay Agarwal, der Geschäftsführer von Salarpuria, sagt, dass die Firma nach ca. 20 Hektar in Hoskote sucht. Die in Singapur ansässige Firma Assetz plant, 100 Millionen US-Dollar von institutionellen Investoren aufzubringen, um Land für ihre Lager zu erwerben.