Steuert die Lagerbranche auf den nächsten Boom zu?

Indiens Lagerwesen erreicht gerade einen Wendepunkt und wird wohl einen großen Sprung machen, sobald die Mehrwertsteuer (GST) eingeführt wird, so die Immobilienberatungsfirma JLL India.


18th December, 2015

Der Artikel erschien in der Economic Times Tech Edition am 18. Dezember 2015 – Von- Sobia Khan


Indiens Lagerwesen erreicht gerade einen Wendepunkt und wird wohl einen großen Sprung machen, sobald die Mehrwertsteuer (GST) eingeführt wird, so die Immobilienberatungsfirma JLL India.

Neben der Mehrwertsteuer wird erwartet, dass der Internethandel die Nachfrage nach Lagern in nächster Zeit stark befeuern wird. Laut einem Bericht von JLL India soll die E-Commerce-Branche selbst in den nächsten zwei bis drei Jahren weitere 2-3 Mia. US-Dollar in das Lagerwesen investieren.

„Da fast 25 % der gesamten Lagerkapazität von Akteuren der Internethandelsbranche beansprucht werden, ist diese derzeit die stärkste Triebkraft für die Nachfrage in diesem Sektor. Zeitlich gebundene Online-Freigaben sollen Geschäfte in Indien weiter erleichtern“, so Nirav Kothary, Leiter für Industriedienstleistungen bei JLL India.

Die Internethandelsriesen Amazon und Flipkart haben erst vor kurzem ihre größten Lager in Telangana eröffnet. Während das Abwicklungszentrum von Amazon 26.000 Quadratmeter groß ist, beträgt die Fläche bei Flipkart 20.000 Quadratmeter. Die Gesamtzahl der Lager von Flipkart in Indien ist auf 17 gestiegen.

JLL India zufolge waren Maharashtra, Gujarat und Andhra Pradesh schon immer Spitzenreiter darin, Investitionen im Industriebereich anzuziehen. Seit der „Make in India“-Initiative unternehmen auch Bundesstaaten wie Punjab, Haryana und Karnataka mutige Schritte in Richtung einer besseren Industriepolitik.

Investitionen in das Lagerwesen nehmen in Indien langsam zu, da Firmen einen Nachfrageschub für Logistikflächen erwarten, sobald die Mehrwertsteuer zum Tragen kommt, da dadurch die verschiedenen indirekten Steuern durch eine einzige Steuer auf Landesebene ersetzt wird. Hiervon verspricht man sich eine Erleichterung für ein effizientes Transportwesen über Bundesstaaten hinweg und eine Reduzierung der Logistikkosten.

Der Immobilienentwickler Embassy Group hat sich vor kurzem eine neue Geschäftsmöglichkeit für den Bau von Lager- und Industrieparks eröffnet. Die global agierende Privatkapitalgesellschaft Warburg Pincus und der Bauträger Embassy Group sind ein Joint Venture über 200 Millionen US-Dollar für den Bau von Lagern in den wichtigsten Städten des Landes eingegangen.

„Die Mehrwertsteuer vereinfacht die Besteuerung entlang der gesamten Lieferkette von Lieferanten zu Marktplätzen und ermöglicht eine effizientere Integration. Durch das aktuelle Steuersystem sind Firmen gezwungen, getrennte Lager in jedem Bundesstaat zu haben. Die Mehrwertsteuer ermöglicht eine höhere Konsolidierung zu großen Abwicklungszentren, die Einsparungen durch Skaleneffekte bringen und die Effizienz und Kosteneinsparungen über die Lieferkette hinweg vorantreiben“, so Anshul Singhal, Geschäftsführer von Embassy Industrial Parks.